Parlamentarischer Vorstoss zu Projekt „schule bewegt“

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Diese Woche habe ich im Stadtparlament St.Gallen zusammen mit meiner Kollegin Nadine Niederhauser von der glp eine Interpellation eingereicht zum Projekt „schule bewegt“ aus dem Bundesamt für Sport (BASPO), welches der Bund überraschenderweise per 1.1.2017 eingestellt hat.

Hier der Wortlaut der Interpellation:

Projekt „schule bewegt“ gestoppt: Was bedeutet das für die Stadt St.Gallen?

«schule bewegt» ist ein nationales Programm des Bundesamtes für Sport BASPO, das die Bewegung in Schulen und Tagesstrukturen fördert. Die teilnehmenden Klassen und Gruppen verpflichten sich zu mindestens 20 Minuten täglicher Bewegung – im Unterricht, in der Pause, auf dem Schulweg oder als Hausaufgabe. Um die Umsetzung zu erleichtern, stehen den Klassenlehr- und Betreuungspersonen verschiedene Module in Form von Kartensets mit vielfältigen Bewegungsübungen und Materialien kostenlos zur Verfügung. Im Schuljahr 2015/2016 beteiligten sich schweizweit 8931 Klassen am Projekt, 703 davon aus dem Kanton St. Gallen. Das entspricht rund 25% Prozent der Schulklassen im Kanton. Die Anzahl der teilnehmenden Klassen konnte damit um 21.8% gesteigert werden. Aktuell sind es schweizweit sogar fast 11’000 bewegte Schulklassen – also wieder eine markante Steigerung gegenüber dem Vorjahr (Quelle: www.schulebewegt.ch).

Unter Klassen, die länger am Projekt teilnehmen, verlost das BASPO jedes Jahr 15 Schulbesuche von prominenten Sportlern. Zum Zug kam letztes Jahr auch die Primarschule Grossacker in St. Gallen mit vier beteiligten Klassen. Zu Besuch kam damals Nicolas Fischer, 15facher Schweizer Meister im Seilspringen oder Rope Skipping. Bekannt geworden ist er durch die Fernsehshow «Die grössten Schweizer Talente», in der er es 2011 sogar bis ins Final schaffte.

Sarah Uwer, Programmleiterin des Projekts «schule bewegt», betont die Wichtigkeit der täglichen Bewegung des Kindes während des Unterrichts und in der Pause. Sie unterstreicht, dass die Bewegung die Konzentrationsfähigkeit positiv beeinflusst, eine lerngerechte Rhythmisierung ermöglicht, Anpassungen im Gehirn bewirkt, das Selbstbewusstsein stärkt und für eine positive Einstellung gegenüber dem Lernen sorgt. Dazu kommt der positive Einfluss von Bewegung auf die Gesundheit der Kinder, z.B. um dem Problem des Übergewichts wirksam zu begegnen. Über alle Schulstufen betrachtet sind rund 17% der Kinder und Jugendlichen als übergewichtig oder adipös zu bezeichnen, knapp 4% sind gar stark übergewichtig (Quelle: «Vergleichendes Monitoring der Gewichtsdaten von Kindern und Jugendlichen in der Schweiz», Bericht der Stiftung Gesundheitsförderung Schweiz).

Projekt «schule bewegt» wird eingestellt
Im Rahmen des Stabilisierungsprogramms 2017-2019 des Bundes muss das BASPO namhafte Einsparungen vornehmen. Eine der Massnahmen betrifft das Programm «schule bewegt». In einem ersten Schritt war geplant, das Programm auszulagern und es auf diese Weise zu erhalten. Trotz umfassender Prüfung dieser Variante konnte keine finanziell vertretbare Lösung gefunden werden, die zudem die Weiterführung des Programms garantiert hätte. Das BASPO wird deshalb die Programmführung «schule bewegt» per 1.1.2017 einstellen.

In diesem Zusammenhang stellen wir dem Stadtrat folgende Fragen:

  1. Welchen Stellenwert misst der Stadtrat und das Schulamt dem Thema «Bewegung» in den St.Galler Schulklassen zu? Wie wird das Thema «Bewegung» im Lehrplan entsprechend berücksichtigt und gefördert?
  2. Wie viele und welche Schulklassen in der Stadt St.Gallen haben in den Jahren 2014, 2015 und 2016 am Projekt «schule bewegt» teilgenommen?
  3. Was bedeutet der Stop des Projekts «schule bewegt» durch das BASPO für die St.Galler Schulklassen?
  4. Wird der Stadtrat das erfolgreiche Projekt «schule bewegt» in irgendeiner Form in Eigenregie weiterführen? Wenn nicht, welche Alternativen verfolgt der Stadtrat zur gezielten Bewegungsförderung der Schülerinnen und Schüler?
  5. Welche anderen Projekte und Angebote im Bereich der Gesundheitsförderung und -prävention gibt es in der Stadt St.Gallen für Kinder und Jugendliche?

Wir danken Ihnen für die Beantwortung unserer Fragen.

Mit freundlichen Grüssen
Stefan Grob (CVP) / Nadine Niederhauser (glp)

>Download Interpellation mit Unterschriften der ParlamentarierInnen

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