Sinnvolle Qualitätssicherung in Kitas

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Leserbrief zu Ostschweiz am Sonntag, 22. Dezember 2013: „In Kinderkrippen wird neu die Qualität gemessen“

Seit dem 27. September wird in der Schweiz das Label „QualiKita“ vergeben. Betriebe können sich per sofort freiwillig für eine Zertifizierung bewerben, was ich als sehr sinnvoll erachte. Denn auch in der Stadt St. Gallen spriessen Kitas wie Pilze aus dem Boden. Fünf neue Stätten haben alleine im Jahr 2013 eröffnet. Doch wie sieht es mit der Qualität in diesen Betrieben aus? Wie gut ist das Personal tatsächlich ausgebildet? Wie professionell werden die Kinder betreut?

Kürzlich habe ich von einer Geschichte gehört, die mir zu denken gab und die auf dramatische Weise aufzeigt, welche Auswirkungen fehlende Kontrollabläufe in einer Spielgruppe haben können: Die Betreuerinnen haben einen vierjährigen Jungen nach einem Besuch im Botanischen Garten dort vergessen. Der kleine Junge musste 15 bis 20 Minuten alleine dort warten, bis die Betreuerinnen das weinende Kind endlich abgeholt haben. So etwas darf eigentlich gar nicht passieren. Oder doch? Fehlende Professionalität? Nachlässigkeit oder eben doch fehlendes Qualitätsmanagement?

Jeder umsichtige Unternehmer weiss, dass man Prozesse in einem Betrieb laufend anpassen und optimieren sollte. Ein Input von aussen mit objektiven und prüfbaren Richtlinien und ein sorgfältig umgesetztes Qualitätsmanagement ist da sehr willkommen, weil das Augenmerk der Beteiligten auf die wichtigen Punkte in der Führung des Unternehmens gelenkt wird. Dies sollte auch für den Betrieb einer Kita gelten. Mit dem Label „QualiKita“ ergibt sich somit die Chance, Kita-Interne Abläufe zu reflektieren und wo notwendig anzupassen – zum Wohle der Kinder!

Und dies hilft letztlich auch den Eltern: Denn gerade bei dem aktuell in der Stadt St.Gallen immer grösseren und unübersichtlicheren Angebot für die Betreuung von Kindern braucht es Orientierung und Sicherheit für die Wahl der richtigen Kita. Ein Label kann bei dieser Orientierung helfen: Wer das Label „QualiKita“ erhält, beachtet eine Reihe von entscheidenden Kriterien, die eine professionelle Kinderbetreuung gewährleisten. Und wer wünscht sich für die eigenen Kinder nicht ein Betreuungsumfeld, bei dem Qualität gross geschrieben wird?

Stefan Grob

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