Leserbrief 11. Oktober 2012: Ein Raum für den Generationen-Dialog

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Aus dem Tagblatt vom 11. Oktober 2012 ist zu entnehmen, dass das Jugendsekretariat St.Gallen seit kurzem Jugendlichen kostenlos ein Sitzungszimmer zur Verfügung stellt. Dieses Angebot finde ich sehr gut und gratuliere den Initiantinnen und Initianten. Für Jugendliche sind Freiräume wichtig, wo sie sich untereinander austauschen und engagieren können. Ich hoffe, dass dieses Sitzungszimmer rege genutzt wird und bin jetzt schon gespannt, welche Ideen und Projekte dort entstehen.

Ich finde es aber auch wichtig, dass die Jugendlichen bei Bedarf Unterstützung von erfahrenen Profis erhalten, damit sie ihre Projekte zielgerichtet umsetzen können. Eine sinnvolle Ergänzung zum neuen Angebot des Jugendsekretariates wäre beispielsweise ein Mentoring-Programm, bei dem den Jugendlichen projektbezogen geeignete fachliche Berater zu Rate ziehen können. Warum nicht Senioren dazu engagieren, die sich freiwillig dazu bereit erklären, die Jugendlichen zu unterstützen? Oder ein regelmässig stattfindendes „Generationen-Meeting“ in diesem Sitzungszimmer. Die Jugendlichen hätten dabei die Gelegenheit, ihre Projekte einer Schar interessierter Senioren zu präsentieren und sich mit diesen über die Weiterentwicklung zu unterhalten. Ich bin sicher, dass sie dabei wertvolle Feedbacks bekommen.

Zudem ist ein solcher „Generationen-Dialog“ auch gesamtgesellschaftlich wichtig und muss unbedingt gefördert werden: Denn der Anteil älterer Menschen in unserer Gesellschaft wächst stetig. Bereits seit 2012 nimmt in Europa die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter ab, während die Zahl der über 60-Jährigen jährlich um etwa zwei Millionen zunehmen wird. Wenn wir eine Spaltung zwischen den Generationen vermeiden wollen, müssen wir dem in Zukunft vermehrt Aufmerksamkeit schenken.

Ein solcher Austausch zwischen den Generationen wie oben von mir vorgeschlagen, würde die Möglichkeiten der Jugendlichen bei der Umsetzung ihrer Ideen erweitern und die Senioren könnten gleichzeitig ihr Wissen weitergeben. Eine klassische Win-Win-Situation also!

Stefan Grob, CVP St.Gallen